Granola & Porridge Skin Food

Granola-Guide für Einsteiger: Grundrezept, Tipps & No-Go’s

20. April 2020

Wenn es um kulinarische Dinge geht, gibt es wirklich viel, von dem ich sage: Ich liebe es! Granola ist definitiv eins davon. Bevor ich 2018 angefangen habe, das gebackene Knuspermüsli selbst zu machen, kannte ich es eher aus meinen Lielingscafés. Ob Berlin, New York oder Warschau – überall hatte es Granola schon auf die Speisekarten geschafft. Als ich dann angefangen habe, nach Rezepten zu recherchieren, bin ich vom Hundertsten ins Tausendste gekommen. Zu viel Auswahl und zu wenig Struktur.

Ich habe mir damals einen Guide für Granola-Einsteiger gewünscht, mit dem ich die Zutaten wie im Baukastenprinzip nach Belieben zusammen stellen kann. Je nachdem, was ich gerade noch im Vorratsschrank hatte. Gerade am Anfang war ich unsicher, wie viel von welcher Zutat geht und wie “feucht” das Granola sein muss. Außerdem habe ich mir ziemlich viele Fragen gestellt, auf die ich nur mühsam Antworten gefunden habe. Womit kann ich das Granola süßen? Welches Öl passt zu Granola? Wie lange muss Granola im Ofen sein? Das hat, wie sollte es waren anders sein, dazu geführt, dass meine ersten Granola-Ergebnisse definitiv keinen Michelin-Stern bekommen hätten.

Mit all meinen heutigen Erfahrungen mache ich so einen Granola-Einsteiger-Guide nun selbst und hoffe, dir den Einstieg ins “Müslibacken” auf diese Weise zu erleichtern.

Warum ich Granola liebe

  • Granola selber zu machen, geht fix und ist günstiger, als es zu kaufen.
  • Ich kann größere Mengen machen, denn es hält sich lange.
  • Mein Vorratsschrank wird genutzt, denn ich kann viele verschiedene Zutaten miteinander kombinieren.
  • Als Topping auf warmem Frühstück oder ganz klassisch mit Pflanzenmilch und Obst ist Granola unschlagbar.
  • Ich kann mich kreativ ausleben.
  • Es ist ein tolles, unkompliziertes DIY-Geschenk für Freunde und Familie zu Weihnachten oder Geburtstagen.

Mein Granola-Grundrezept (für ein Backblech)

Ich möchte meinen Guide, wie ich es schon angedeutet habe, mit meinem Granola-Grundrezept beginnen. Ich wähle meine Zutaten immer nach dem Baukastenprinzip aus. Das heißt, ich habe eine fixe Basis – das sind die Mengenangaben der einzelnen Zutaten. Welche Zutat ich im Detail auswähle, mache ich entweder von meinen vorhandenen Vorräten abhängig oder ich kreiere ein Rezept mit einem bestimmten Thema. Beispielsweise:

  • Basisches Buchweizen-Granola mit getrockneten Physalis (s. Bilder)
  • Schokoladiges Haselnuss-Granola
  • Exotisches Granola mit Kokoschips, Quinoa & Vanille

Zutaten im Baukastenprinzip

  • 325 g kernige Flocken: Haferflocken, Dinkelflocken, 4-Korn-Flocken, Reisflocken
  • 120 g Kerne, Samen und/oder Pseudogetreide: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Buchweizen, ungeschälte Hanfsamen, Qunioa
  • 100 g grob gehackte Nüsse: Haselnüsse, Mandeln, Cashews, Pekannüsse, Walnüsse
  • 60 g Flakes: Dinkelflakes, Cornflakes
  • 50 g Trockenfrüchte: Rosinen, Cranberries, Gojibeeren, Sauerkirschen, Physalis, Kokoschips (ungeröstet)
  • 1 TL Gewürze: Zimt, Vanille, Kakao, Kardamom, Nelke > optional
  • 1 Brise Salz
  • 100 ml Pflanzensirup: Agavendicksaft, Ahornsirup, Apfelsüße, Reissirup, Kokosblütensirup > kein Honig
  • 50 ml hoch erhitzbares Öl: geschmolzenes Kokosöl, Rapsöl, Sesamöl

Schritt-für-Schritt im Ofen zubereitet

Nachdem wir uns nun die Zutaten für ein selbst gemachtes Knusper-Granola angeschaut haben, geht es an die Zubereitung. Auch die ist sehr unkompliziert uns erfordert nur wenige Schritte.

Schritt 1: Zutaten auswählen

Wähle die Zutaten aus und gib sie basierend auf der Mengenangabe aus dem Grundrezept in eine große Schüssel. Du fängst mit den trockenen Zutaten an und schließt mit den flüssigen ab.

Schritt 2: Gut vermischen

Du vermischst die Granola-Masse gründlich in der Schüssel miteinander. Ich nehme mir dafür immer zwei große Löffel, damit sich alles gut miteinander verbindet. Das kann durchaus 1-2 Minuten Zeit in Anspruch nehmen. Es entsteht dann eine leicht feuchte Masse.

Schritt 3: Granola backen

Nun kommt der Ofen zum Einsatz. Du heizt ihn auf die entsprechende Temperatur vor, am besten während des Umrührens. Ich stelle meinen Ofen immer auf 150 Grad Umluft ein.

Lege ein Backblech mit Backpapier aus und verteile die Knuspermüsli-Masse so flach wie möglich darauf. Backe das Granola im Ofen. Für mich beträgt die ideale Zeit 20 Minuten. Das Granola ist gut, wenn sich die Flocken an den Seiten langsam braun färben und sich die Trockenfrüchte wie Luftballons aufblähen.

Schalte den Ofen aus und lasse das Granola noch 5 Minuten im warmen Ofen ruhen. Hole es dann heraus und stelle es zum Abkühlen auf ein Brett oder Gitter.

Tipp 1: Ganz wichtig ist, dass Granola nicht zu heiß gebacken werden sollte. Ich hatte mal ein Rezept, bei dem die Backtemperatur mit 200 Grad angegeben war. So schnell konnte ich gar nicht gucken, da war mein Granola schon verbrannt.

Tipp 2: Solltest du beim ersten Mal feststellen, dass die Backzeit oder die Temperatur nicht ideal waren, versuche es beim zweiten Mal etwas anders. So habe ich mich auch an meine ideale Backzeit und -temperatur herangetastet (s. Insider-Tipp Nr 5).

Schritt 4: In Stücke brechen

Wenn es vollständig abgekühlt ist, kannst du es in Stücke brechen oder direkt zerbröseln. Das kannst du nach Belieben machen. Im Prinzip könntest du so auch Müsliriegel selber machen, oder sagen wir Müslibrocken. Granola ist ja am Ende nichts anderes.

Fülle das Granola in ein großes Vorratsglas, das luftdicht verschlossen werden kann. Ich bewahre es ganz normal in meinem Vorratsschrank in der Küche auf. Meist ist es sowieso in kürzester Zeit vertilgt.

Das war’s, so simpel lässt sich Granola selber machen!

Tipps & No-Go’s am Granola-Himmel

Fehler macht man, um aus ihnen zu lernen. Und um sie zu teilen, damit andere auch aus ihnen lernen können. So ist es im Business genauso wie beim Kochen. Daher habe ich mal noch ein paar Tipps und No-Go’s in punkto Granola selber machen gesammelt.

7 Insider-Tipps für selbst gemachtes Granola

  1. Du kannst nicht alle Zutaten für Granola verwenden (s. No-Go Nr. 1), aber dafür dein Knuspermüsli nach dem Backen noch etwas verfeinern. Beispielsweise mit Zutaten wie Kakaonibs, Kokosflocken, gepufftem Amaranth oder gepufftem Qunioa, Schokosplitter oder -tropfen oder weiteren Trockenfrüchten.
  2. Bedenke, dass die Trockenfrüchte während des Backens karamellisieren. Hier ist der Grad zwischen aromatisch und verbrannt sehr schmal. Ich habe mit Rosinen und Cranberries bisher die besten Erfahrungen gemacht. Auf den Bildern habe ich getrocknete Physalis verwendet, das hat auch gut geklappt. Du könntest die Trockenfrüchte ebenfalls erst im Nachhinein dazu geben. Dann “kleben” sie sich allerdings nicht so gut an den Rest des Granolas.
  3. Mir schmeckt Granola immer erst nach 1-2 Tagen im Vorratsglas richtig gut. Wenn es noch frisch ist, schmecke ich persönlich noch viele Röststoffe vom Backen heraus. Aber das ist absolute Geschmackssache. Fakt ist, dass sich das Granola geschmacklich etwas verändert innerhalb der Aufbewahrungszeit.
  4. Wenn das Granola gerade frisch aus dem Ofen kommt, ist es noch nicht knusprig. Der Crunch entsteht erst beim Abkühlen.
  5. Jeder Backofen ist anders. Daher sind die Angaben zur Backzeit aus anderen Rezepten immer nur ein Richtwert. Das gilt vor allem, wenn es sich um amerikanische Rezepteangaben handelt. Ich saß bei meinen ersten Granola-Versuchen zum Teil sogar vorm Ofen, damit mir nichts verbrennt. Für meinen Ofen (Bauknecht) sind 20 Minuten bei 150 Grad (Umluft) ideal.
  6. Jede Süßungsart hat einen eigenen Charakter. Agavendicksaft erzeugt zum Beispiel nicht so einen starken Knuspereffekt wie Ahornsirup. Ahornsirup ist dafür deutlich süßer und demnach nicht ganz so freundlich zu unserem Blutzucker. Ich verwende mittlerweile am liebsten Apfelsüße, da sie aus heimischen Äpfeln gewonnen wird und als Fruchtsüße zudem noch Basen bildend wirkt.
  7. Ich lagere mein Granola immer in einem großen, luftdicht verschließbaren Vorratsglas in der Küche. So hält es sich mehre Wochen bis Monate. Die Haltbarkeit verkürzt sich drastisch, wenn du Zutaten verwendest, die frisch gehalten werden müssen (z.B. Fruchtsaft oder Butter).

5 Dinge, die du vermeiden solltest

  1. Vermeide zu kleine oder feine Zutaten wie Leinsamen, Sesam, zarte Flocken, gepufften Amaranth, Chiasamen oder geschälte Hanfsamen. Sie würden zu schnell verbrennen. Du könntest sie stattdessen nach dem Backen noch unter das Granola mischen (s. Insider-Tipp Nr. 1).
  2. Wenn es um das richtige Süßungsmittel für Granola geht, möchte ich dir von Honig abraten. Generell liebe ich Honig uns setze ihn sowohl in kalten Speisen als auch in meiner Naturkosmetik gerne ein. Dennoch ist Honig sehr hitzeempfindlich. Besonders wenn du Imkerhonig verwendest, der kaltgeschleudert wurde. Dieser verliert bei starker Hitze seine wertvollen Vitamine und Enzyme. Es bleibt im Grunde nach dem Backen nichts weiter übrig als Zucker. Dafür ist der Honig einfach zu schade. Außerdem gibt es einen sogenannten HMF-Wert im Honig, der signifikant ansteigt, wenn Honig hohen Temperaturen wie beim Backen ausgesetzt wird. Inwiefern HMF (Hydroxymethylfurfural) für den Menschen giftig ist, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.
  3. Ebenso sieht es bei den Ölen aus, auch die müssen hohen Temperaturen standhalten können. Daher vermeide nach Möglichkeit native, kaltgepresste Öle. Ich nutze für Granola Kokosöl, Rapsöl oder Sesamöl.
  4. Verwende am besten keine ganzen Nüsse. Ich habe das bei meinen ersten Granola-Versuchen gemacht und sie sind oft zu schwarz geworden. Obwohl das Granola an sich eigentlich gar nicht verbrannt war. Ich hacke sie seitdem immer grob, damit der typische Nuss-Crunch am Ende noch gut zum Tragen kommt. Granola ohne Nüsse ist für mich wie Eis ohne Stückchen – genau, langweilig.
  5. Ich lese immer wieder mal im Internet “Granola ohne Zucker”. Man kann durchaus auf ein Süßungsmittel verzichten, dann wird das Müsli weniger knusprig. Es muss aber zumindest kein konventioneller Zucker sein. Wie aus meinem Grundrezept hervorgeht, verwende ich auch keinen Zucker im klassischen Sinne, sondern Pflanzensirupe wie Agavendicksaft oder Apfelsüße. Diese haben einen niedrigeren glykämischen Index und schonen den Blutzucker im Vergleich zu Streuzucker.

Ich wünsche dir viel Spaß beim “Müslibacken”. Wenn du Lust hast, teile deine Kreationen mit #puurediy auf Instagram. Du kannst mich auch gern verlinken (@puurediy), damit ich dein selbst gemachtes Granola in meiner Story zeigen kann.

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1 Kommentar

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