Aromatherapie Rohstoffe für Naturkosmetik

Echter Lavendel: Provenzalisches Multitalent

16. Juni 2020

Lavendelöl ist das beliebteste und gleichzeitig wichtigste ätherische Öl in der Aromatherapie, denn es hat das größte Wirkungsspektrum und ist daher ein echtes Multitalent. Es hilft nicht nur bei zahlreichen körperlichen Anliegen wie Verbrennungen, Akne oder Magenschmerzen, es hat auch auf seelischer Ebene eine enorme Potenz. Diese zeigt sich nicht zuletzt darin, dass Echtes Lavendelöl in zwei Richtungen wirkt. Bei Abgeschlagenheit und Müdigkeitserscheinungen wirkt es anregend und erfrischend, bei Stress und Unruhezuständen beruhigend und entspannend. So kann es das innere Gleichgewicht wieder herstellen. Deswegen bezeichnet man Lavendel auch als Adaptogen.

Steckbrief: Echter Lavendel

Lavendel hat nicht nur sehr vielseitige Superkräfte, sondern kann auch auf ganz verschiedene Arten verwendet werden. Die gängigste ist in der Naturkosmetik und in der Aromatherapie das ätherische Öl. Daneben kommt Lavendel auch als Hydrolat (Blütenwasser), Mazerat, alkohlischer Auszug (Extrakt) oder einfach nur getrocknet zum Einsatz. Lerne den Echten Lavendel noch etwas näher kennen!

Wie wirkt Echter Lavendel?

Alle ätherischen Öle haben gemein, dass sie immer auf einer körperlichen, also physischen, und einer mentalen, also psychischen, Ebene wirken. Der Echte Lavendel bildet dieses Wirkprinzip auf beeindruckende Weise ab:

Wirkung auf körperlicher Ebene

  • Antibakteriell 
  • Antiviral
  • Antiseptisch
  • Antimykotisch
  • Firbersenkend
  • Immunstimulierend
  • Zellregenerierend
  • Wundheilend
  • Entzündungshemmend
  • Krampflösend
  • Durchblutungsfördernd
  • Blutdruckregulierend

Wirkung auf mentaler Ebene

  • Schlaffördernd
  • Bei seelischen Unruhezuständen: ausgleichend und beruhigend, angstlösend und entspannend 
  • Bei seelischer Erschöpfung: anregend und erfrischend

Wie kann ich Lavendel verwenden?

Dass Lavendel viel drauf hat, weißt du jetzt. Die spannende Frage ist nun, wie du die Wirkstoffe des Lavendels für dich nutzen kannst. Ich hätte da ein paar Ideen, wie du Lavendel verwenden kannst:

  • Ätherisches Öl: vielfältige Einsatzmöglichkeiten, z.B. in Cremes, Pflegeölen, Badezusätzen, Raumdüften, Salben, Dampfbädern oder Saunaessenzen
  • Mazerat (auch Ölauszug): Pflanzenmaterial wird mind. 2 Wochen in Öl (z.B. Olivenöl, Mandelöl oder Traubenkernöl) “eingelegt”, zur Herstellung von Pflegeölen oder -cremes
  • Extrakt (auch alkoholischer Auszug oder Tinktur): Pflanzenmaterial wird mind. 2 Wochen in klaren Alkohol (z.B. Weingeist oder Wodka) “eingelegt”, zur Konservierung und Verfeinerung von Cremes und Lotionen
  • Hydrolat (auch Blütenwasser): ideal als Gesichtswasser oder wässrige Komponente in Naturkosmetik-Rezepten (anstelle von Wasser)
  • Getrocknete Blüten: für Badesalze, Badebomben oder andere selbst gemachte Badezusätze, auch für Tee, Limonaden, Kuchen oder Eis

Expertentipp: Ich liebe Lavendel auch als Tee, vor allem zum besseren Ein- und Durchschlafen. Einfach die getrockneten Blüten (2 Teelöffel) mit 250 ml kochendem Wasser aufbrühen und nach ca. 5-10 Minuten den Tee abseihen. Alternativ ein Teeei oder einen wiederverwendbaren Teebeutel verwenden.

Lavendel in der Naturkosmetik

Durch seine Wirkungsvielfalt kommt der Lavendel vielfach in Pflegeprodukten zum Einsatz. Hier vor allem in den Formen, wie ich es weiter oben schon beschrieben habe. Mögliche Anwendungsgebiete für Lavendel in der Naturkosmetik sind:

  • Unreine Haut: z.B. Cremes, Lotions, Gesichtsöle, Reinigungsprodukte, Toner, Peelings und Masken
  • Empfindliche Kopfhaut & Schuppen: Shampoos, Conditioner, Haarmasken und Intensivtreatments
  • Sonnenpflege: z.B. After-Sun-Pflege
  • Narbenpflege & Dehnungsstreifen: z.B. Körpercremes und Körperöle
  • Tattoopflege: z.B. Cremes und Lotionen
  • Schwitzen: z.B. Deocreme und Fußpflegeprodukte
  • Mundpflege: z.B. Mundwasser und Zahnpasta

Darüber hinaus ist Lavendel natürlich ein sehr beliebter Duft in Naturkosmetikprodukten.

Lavendel in der Aromatherapie

Die Aromatherapie liebt den Lavendel, und der Lavendel liebt die Aromatherapie! Wenn ich von Aromatherapie spreche, dann meine ich den gezielten Einsatz von ätherischem Lavendelöl und seiner pflanzlichen Superpower zur Behandlung mentaler und körperlicher Zustände. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie Lavendel in der Aromatherapie eingesetzt werden kann. Ein paar Beispiele:

  • Kopfschmerzen: z.B. SOS-Roll-On und SOS-Balsam
  • Muskelverspannungen: z.B. Massageöl, Wickel und Saunaessenzen
  • Akne: z.B. SOS-Roll-On, SOS-Balsam und Dampfbäder
  • Depressive Verstimmungen & Ängste: z.B. Aromalampe, Raumduft, Badezusätze, Dampfbäder, Saunaessenzen und Tee
  • Hormonelle Krisen: z.B. Bauchöl, Badezusätze, Dampfbäder, Saunaessenzen, Wickel und Tee
  • Entgiftung: Tee, Wickel, Badezusätze und Saunaessenzen

Herkunft: Geschichte im Badezimmer

Wenn man sich vor Augen führt, dass schon die Perser, Griechen und Römer die Heilkräfte des Lavendel zu nutzen wussten, wird einem erst einmal bewusst, wie viel Geschichte wir eigentlich im Badezimmer stehen haben. Sie verbrannten z.B. die stark duftenden Lavendelzweige als Abwehrmittel gegen “schlechte Dünste” in Krankenzimmern. Auch im nördlichen Europa wurde der Lavendel gemeinsam mit anderen Kräutern wie Rosmarin, Angelika oder Zitrone zum Ausräuchern genutzt. Schließlich waren es die Römer, die den Lavendel als wohlduftenden Badezusatz entdeckten. Von ihnen hat er auch seinen Namen bekommen: lavare ist lateinisch und bedeutet “waschen”.

Wie duftet Lavendel?

Da wir sprachlich gar nicht in der Lage sind, Düfte objektiv zu beschreiben, ist natürlich auch meine Einschätzung individuell. Echtes Lavendelöl hat einen sehr charakteristischen Duft, den viele mit Urlaub in der Provence oder sogar mit Erinnerungen an die Oma verbinden. Für mich ist er zugleich:

  • Würzig
  • Frisch
  • Blumig
  • Leicht krautig
  • Unisex

Noch ein wichtiger Hinweis

Lavendelöl ist nicht gleich Lavendelöl. In der Aromatherapie müssen wir unterscheiden zwischen dem Echten Lavendelöl (auch bekannt als Lavendel fein oder Lavendel extra), dem Lavandinöl, dem Speiklavendelöl und dem Schopflavendelöl. Neben ihren Gemeinsamkeiten weisen sie auch ganz unterschiedliche Eigenschaften auf. Du erkennst die Lavendelart immer am botanischen Namen. Achte beim Echten Lavendel auf die Bezeichnung Lavandula angustifolia.

Hast du Lust auf Lavendel bekommen? Dann kann ich dir einen meiner beliebtesten Artikel auf meinem Blog empfehlen: Kräuterdampfbad für strahlende Haut. Darin teile ich 3 verschiedene Rezepte für ein Kräuterdampfbad mit Lavendel und anderen Kräutern.

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