DIY-Haargel ohne Leinsamen für Locken (Curly Girl Method)

Wie bekomme ich Schwung in meine Naturlocken, ohne sie zu beschweren? Vor dieser Herausforderung steht im Prinzip jede:r mit Naturlocken und -wellen. In der Drogerie gibt es mittlerweile viele Lockenprodukte, aber nur sehr wenige sind wirklich zu empfehlen. Sie sind entweder vollgestopft mit synthetischen, umweltbelastenden Inhaltsstoffen, die die Haare eher beschweren als sie zu definieren. An der anderen Front sind die natürlicheren Produkte, die aber oft gar keinen Halt geben oder mit einer Menge Alkohol konserviert werden. Beides ist schlecht für Locken. Ganz abgesehen von den kopfschmerzauslösenden Duftstoffen, die oft enthalten sind, und der nicht endenden Flut an Plastikverpackungen.

Es ist also nicht verwunderlich, dass Leinsamengel in der Locken-Community hoch im Kurs steht und als natürliche Alternative zu herkömmlichen Lockenprodukten gefeiert wird. Und tatsächlich, es hat aus vielerlei Hinsicht Vorteile: Es kann selbst gemacht werden, ist in Summe deutlich günstiger und besteht nur aus natürlichen Zutaten. Dadurch spart man sich zudem den unnötigen Verpackungsmüll.

Leinsamen enthält Schleimstoffe, die sich hervorragend zur Herstellung von Gelen eignen. Darüber hinaus versorgt es die Haare mit Feuchtigkeit, hat einen Anti-Frizz-Effekt und verstärkt die Sprungkraft der Locken. Doch es gibt eine ganze Menge Dinge, die mich an Leinsamengel frustrieren. Herstellung, Aufbewahrung und Haltbarkeit von Leinsamengel sind – Wie drücke ich das nett aus? – super anstrengend. Deswegen habe ich ein eigenes Rezept für ein DIY-Haargel für Locken ausprobiert, das alltagstauglicher ist, aber den gleichen Effekt hat. Es versorgt meine Locken mit Feuchtigkeit, definiert sie und gibt ihnen Halt. Die Basis bilden Aloe Vera und Weizenproteine. Genau dieses Rezept möchte ich hier mit dir teilen.

DIY-Haargel für die Curly Girl Methode

Das Gel ist für die Curly Girl Methode, kurz CGM, geeignet, denn es besteht ausschließlich aus natürlichen Zutaten und enthält kein Alkohol. Hautbestandteil ist Aloe Vera. Sie spendet viel Feuchtigkeit und lässt sich gut in ein Gel verwandeln. Als sogenanntes Feuchthaltemittel sorgt Glycerin dafür, dass die Feuchtigkeit in den Haaren eingeschlossen wird. Wichtig für die Definition von Naturlocken sind Proteine, daher enthält mein DIY-Haargel Weizenproteine. Bei Xanthan bzw. Cosphaderm handelt es sich um Gelbildner. Diese benötigen wir, damit aus einer Flüssigkeit ein Gel wird. Abschließend müssen wir das Haargel noch konservieren, denn durch den hohen Wasseranteil ist es anfällig für Mikroorganismen (Schimmel, Hefen und Bakterien). Dieser Schritt ist ein Muss, daher verwende ich ein Breitbandkonservierungsmittel in Naturkosmetikqualität. Neben Biogard 221 gibt es z.B. noch Geogard 221 oder Cosgard.

Die Zutaten

Für 30 g benötigst du folgende Zutaten: 

Die Herstellung

Um das Gel herzustellen, benötigst du kein umständliches Equipment. Wichtig wäre nur eine Feinwaage bzw. Espressowaage, da herkömmliche Haushaltswaagen so kleine Mengenangaben normalerweise noch nicht erfassen. Daneben benötigst du eine kleine Schüssel bzw. ein Becherglas (50-100 ml Fassungsvermögen), einen Löffel und einen leeren Tiegel bzw. Behälter. Diesen solltest du vorher desinfizieren und bevor du loslegst natürlich deine Hände gründlich waschen.

  1. Nimm dein Becherglas zur Hand und wiege den Gelbildner (Cosphaderm/Xanthan) ab.
  2. Gib das Glycerin dazu und rühre alles gründlich um. Nimm ggf. den Stiel deines Löffels zum Rühren. Der Gelbildner löst sich langsam im Glycerin auf. 
  3. Nun folgt das Aloe Vera Gel bzw. der Aloe Vera Saft, den du zum Glyceringemisch dazu gibst. Rühre alles gründlich um. Falls Klümpchen zu sehen sind, rühre noch etwas weiter. Sie lösen sich nach und nach auf. Deine Flüssigkeit dickt nun langsam an und verwandelt sich in ein Gel. 
  4. Zum Schluss tropfst du das Weizenprotein und den Konservierer in dein Gel und rührst es nochmals gründlich um. 
  5. Fülle es nun in deinen desinfizierten, sauberen Behälter.

Wichtig: Gut konserviert (1% der Gesamtformulierung) hält das DIY-Haargel ca. 6-12 Monate. Du musst es nicht im Kühlschrank aufbewahren.

Die Anwendung

Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. In diesem kleinen Video (Instagram Reel) siehst du, wie ich das DIY-Haargel benutze. Ich knete es nach dem Waschen in meine noch feuchten Locken, verteile es großzügig auf dem ganzen Kopf und föhne mir dann mit dem Diffusor die Haare. Wie viel Gel du nehmen musst, hängt von deiner Haarlänge- und dicke ab. Also probier am besten aus, welche Menge für dich optimal ist. Natürlich kannst du die Haare auch lufttrocknen lassen. 

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Wie sieht deine CGM-Haarroutine aus? Wie pflegst du deine Naturlocken und -wellen am liebsten? Verrat’s mir gern in den Kommentaren. Für mehr DIY-Inspo folge mir auch auf Instagram.

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