Basiswissen Umstieg auf Naturkosmetik

5 Tipps für den Umstieg auf natürliches Deo ohne Alu

5. Mai 2020

Oh mein Gott, was war das für ein Trip! Mein Umstieg auf Naturkosmetik-Deo war eine richtige Achterbahnfahrt. Wenn ich all das, was ich heute weiß, damals schon gewusst hätte, wäre mir wahrscheinlich das ein oder andere Malheur erspart geblieben. Für mich ist das Grund genug, meine Fails und Tipps hier auf dem Blog mit dir zu teilen. Ich hoffe, dass du durch meinen Post:

  • mit Deo ohne Alu in Zukunft besser klar kommen wirst
  • der Umstieg auf Naturkosmetik-Deo für dich einfacher wird
  • du bessere Entscheidungen treffen kannst, welches Produkt das beste für dich ist

Eine Odyssee

Angefangen hat alles mit gefühlt zehn verschiedenen Flaschen, Tuben und Dosen in meinem Badezimmer. Der Wunsch nach natürlicherer Hautpflege und einem Deo ohne Alu trieb mich zuallererst in die Drogerie. So wie wahrscheinlich jeden. Ich probierte alles aus, was ich im Regal fand, doch nichts funktionierte. (Hinweis: Damals gab es in der Drogerie noch lange nicht so viel Auswahl wie heute und schon gar keine Deocreme.)

Für ein halbwegs sicheres Gefühl benutzte ich jeden Tag ein anderes Deo. Ich hatte das Gefühl, dass die meisten Naturkosmetik-Deos ohne Alu bei mir nur maximal einen Tag hielten, danach versagten sie. Der Aha-Effekt kam erst, als ich das erste Mal Deocreme ausprobiert habe. Deocreme ist quasi eine Creme, die man statt fürs Gesicht für die Achsel verwendet.

Was unterscheidet eine Deocreme von anderen natürlichen Deos?

Es gibt, wie bei konventionellen Deodorants auch, verschiedene Arten von Naturkosmetik-Deos:

  • Deocreme
  • Deostick
  • Deoroller
  • Deospray

Was eine Deocreme von den anderen Arten unterscheidet, ist ihre Herstellung bzw. die Zusammensetzung der einzelnen Zutaten. Sie hat eine cremige Textur, wohingegen Roller oder Sprays wässrig sind. Genau diese Cremigkeit erlaubt es uns, die Deowirkstoffe gezielter und konzentrierter einzusetzen.

Natron, Zinkoxid, Stärke und Tonerde, die in den meisten Deocremes für die Deowirkung sorgen, sind von ihrer Struktur pulvrig. Sie brauchen also einen Trägerstoff, damit wir sie auftragen können. In Wasser funktioniert das nicht wirklich gut, in Öl aber schon. Daher basieren Deocremes in der Regel auf Kokosöl, Sheabutter oder anderer Pflanzenbutter. Sie werden geschmolzen, damit die pulvrigen Zutaten von den Ölen gebunden werden können. Alle Zutaten härten dann gemeinsam aus und lassen sich wie eine klassische Creme auf der Haut auftragen. Genau deswegen haben Deocremes in der Regel mehr Power und können ein konventionelles Deo ersetzen.

5 Tipps wie der Umstieg auf Deocreme klappt

Für deinen Umstieg von konventionellem Deo auf Naturkosmetik-Deo möchte ich dir ein paar Tipps auf den Weg mitgeben. Ich beziehe mich dabei ausschließlich auf Deocreme, denn diese Form des Naturkosmetik-Deos ist, meiner Erfahrung nach, die, die bei den meisten Menschen am besten wirkt.

1. Weniger ist mehr

Wenn du Deocreme aufträgst, nimm nur eine sehr kleine Menge. Weniger als du vielleicht im ersten Moment nehmen würdest, denn wir tendieren insbesondere beim Deo dazu, zu viel Produkt zu benutzen. In der Hoffnung, dass mehr mehr bringt. Bei Deocreme ist es genau anders herum. Wenn du zu viel benutzt, kann es sogar sein, dass sie schlechter wirkt. Außerdem kann das auf Dauer die Haut reizen.

Meine Faustregel lautet: Sobald du die Creme aufgetragen hast, sollte kein weißer Film auf der Haut zu sehen sein. Mit Angaben wie erbsen- oder haselnussgroß habe ich meine Probleme, denn jede Achsel ist verschieden groß.

2. Ein Mal pro Tag verwenden

In der Regel reicht es, wenn du eine Deocreme ein Mal am Tag aufträgst. Da sind wir eigentlich auch wieder bei weniger ist mehr. Wenn ich mich über den Tag noch mal frisch mache oder sogar duschen gehe, dann trage ich sie auch noch ein zweites Mal auf, aber das ist die Ausnahme. Normalerweise benutze ich die Deocreme ganz normal morgens, wenn ich mich fertig mache. Wie ein ganz normales Deo.

3. Hab Geduld!

Der Umstieg auf Deocreme kann durchaus 2-3 Wochen in Anspruch nehmen. Jeder Mensch reagiert darauf anders. Manche schwitzen in dieser Zeit sogar mehr als vorher, manche merken gar nichts. Du musst dabei im Hinterkopf behalten, dass Schwitzen ein Entgiftungsprozess des Körpers ist. Das heißt, über die Achseln entsorgt unser Organismus überschüssige Säuren. Wenn ich die Poren also z.B. mit Aluminiumsalz verstopfe, schwitzen wir zwar nicht, aber der Körper kann über die Achseln nicht weiter entsäuern. Öffne ich diesen “Kanal” wieder, indem ich ein Deo ohne Alu benutze, kann es durchaus sein, dass wir eine zeitlang vermehrt schwitzen. Das wiederum hängt auch stark von den Hormonen, der Ernährung und anderen Parametern ab. Wie gesagt, jeder macht andere Erfahrungen, aber in Sachen Umstieg auf Naturkosmetik-Deo muss man dem Körper ein bisschen Zeit geben.

Hier zeigt sich auch noch mal der Vorteil einer Deocreme. Wo in Deosprays ohne Alu meist nur Alkohol für eine “Deowirkung” sorgen soll, enthält eine Deocreme neben Natron in der Regel auch Zinkoxid, Tonerde oder Stärke. Insbesondere Natron und Tonerde sollen für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sorgen und Gerüche neutralisieren. Zinkoxid und Stärke mattieren die Haut und wirken wie ein natürlicher Schwamm.

4. Regelmäßig die Achseln reinigen

Dieser Tipp klingt im ersten Moment vielleicht etwas komisch, ist aber total nützlich. Besonders weil die Haut an der Achsel doch recht empfindlich ist. Vor allem Natron kann reizend wirken, wenn es der Haut zu viel wird. Das passiert entweder sofort oder erst nach einer gewissen Zeit. Je nachdem wie empfindlich die Haut ist. Daher ist es wichtig, die Rückstände der Deocreme am Abend abzuwaschen (unter der Dusche oder mit einem Waschlappen). So beugst du langfristig Hautreizungen vor. Außerdem kann die Deocreme dann am Morgen wieder ihre volle Wirkung entfalten.

5. Langstrecke statt Sprint

Den letzen Tipp habe ich oben schon anklingen lassen. Ein Deo ohne Alu kann das Schwitzen nicht verhindern, da genau dafür in konventionellen Deos die Aluminiumsalze sorgen. Stattdessen reguliert eine Deocreme die Intensität des Schwitzens. Und das vor allem langfristig, indem sie den Säure-Basen-Hauhalt ausgleicht. Das heißt, die meisten Menschen schwitzen zwar, aber weniger und sie müffeln nicht. Das ist, finde ich, das wichtigste Argument für oder gegen ein Deo ohne Alu. Dahingehend habe ich mit Deocreme die besten Erfahrungen gemacht.

Meine Fails in Sachen Deo ohne Alu

Wie gesagt, auf meinem Weg ist das ein oder andere Malheur passiert. Meine größten Deo ohne Alu-Fails habe ich noch mal kurz und knackig zusammengefasst.

  • Ich habe zu viel Deocreme genommen. Das Resultat war sowohl gerötete und gereizte Haut als auch weiße Flecken auf der Kleidung.
  • Sprays und Roller haben bei mir nie funktioniert, weil sie nicht genügend Deowirkstoffe enthalten.
  • Alkohol hat meine Haut extrem ausgetrocknet.
  • Deocremes, die Wachs enthalten (Bienenwachs oder pflanzliche Wachse) haben bei mir gelbe Fettflecken auf der Kleidung (insbesondere weißer) hinterlassen.

Deocreme selber machen oder kaufen?

Das ist eine ganz persönliche Entscheidung. Ich mache meine Deocreme mittlerweile selbst und bringe dieses Handwerk in meinen Workshops und Online-Workshops auch anderen Menschen bei. Wichtig ist beim Selbermachen, dass du dem Rezept vertrauen kannst und verstehst, warum welche Zutaten in welcher Menge enthalten sind. Und auch, ob manche Zutaten wirklich notwendig sind.

Genau aus diesem Grund habe ich die PUURE Akademie gegründet. Ich möchte Menschen inspirieren, mehr Produkte selber zu machen und dabei DIY mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Mein Ziel ist es, mit möglichst wenig gute Produkte herzustellen. Es bringt nichts, mehr Produkte selbst zu machen, dadurch am Ende aber mehr Verpackungsmüll zu verursachen als durchs Kaufen.

Na, Lust bekommen, nachhaltige und natürliche Produkte selbst zu machen? Dann komm in die PUURE Akademie! In meinen Naturkosmetik-Workshops lernst du unter anderem, wie du eine Deocreme aus wenigen Zutaten selbst herstellen kannst.

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