Fasten

Nach dem Heilfasten #1: Fastenbrechen & Apfel-Zeremonie

22. März 2020

Als ich letztes Jahr das erste Mal fasten war, habe ich mir so etwas wie eine “Anleitung” gewünscht. Wenn alles noch neu ist, tendiert man eher dazu, unsicher zu sein. Und ich hatte wirklich Angst, etwas grundlegend falsch zu machen. Diese Angst ist mittlerweile verflogen. Auch weil ich ein paar Bücher zu dem Thema gelesen und vor allem erste Erfahrungen mit “der Zeit danach” gemacht habe. Bücher zum Thema “Fasten” (Heilfasten und Intervallfasten) kann ich dir zum Beispiel diese empfehlen:

Das sind sozusagen “Standardwerke”, mit denen du sowohl verschiedene Typen des Fastens (Heilfasten, Intervallfasten) kennenlernst, aber in denen es auch um den Wert unserer Nahrungsmittel geht. Das Witzige ist, dass ich beim Fasten total gerne Kochbücher lese. Das liegt vor allem daran, dass ich die Zeit bis zum Fasten quasi herbeisehne.

Ich gehe in der Regel Ende März fasten. Da lag dann der lange Winter und die Weihnachtszeit dazwischen und die sommerliche Leichtigkeit ist endgültig verschwunden. Meistens ist die Weihnachtszeit für mich auch beruflich sehr stressig, sodass ich mich einfach freue, beim Fasten wieder den Reset-Knopf drücken zu können. Mich auf das Wesentliche zu besinnen und eine bewusste Auszeit für mich zu nehmen.

Dazu gehört eben auch, sich über eingeschlichene Verhaltensweisen bewusst zu werden und gegebenenfalls etwas zu ändern. So ist es für mich mit dem Kochen. Ich koche wahnsinnig gern und wenn ich beim Fasten bin, freue ich mich schon auf die vielen neuen Gerichte und Dinge, die ich ausprobieren möchte. Von fermentieren über Sauerteig ansetzen bis hin zu neuen Granola- und Skin Food-Rezepten.

Aber ich schweife ab. Passiert mir öfter mal. Hier soll es ja um das sogenannte Fastenbrechen nach dem Heilfasten gehen. Mit Heilfasten meine ich die Buchinger-Methode. Das Fastenbrechen, also der Übergang von der Fastenzeit zur Wiederaufnahme von Nahrung, ist ein wichtiges Ritual. Es markiert das Ende bestimmter Essgewohnheiten, die man ablegen möchte, und den Beginn neuer Verhaltensweisen für ein gesünderes Leben.

Die Apfel-Zeremonie

Wieso ein Apfel? Und wieso eine Zeremonie? Ganz einfach: Der Apfel ist das ideale Lebensmittel, um wieder mit der Nahrungsaufnahme zu beginnen. Er ist basisch (bildet also Basen im Körper) und enthält nicht zu viel Fruchtzucker. Außerdem ist er gut verdaulich. Magen und Darm sind es ja seit einer geraumen Zeit nicht mehr gewohnt, Nahrung verdauen zu müssen. Um den Apfel noch besser verdauen zu können, wird er am besten gedünstet oder im Ofen als Bratapfel zubereitet. Ich habe mich in meinen Aufbautagen fürs Dünsten entschieden. Dazu gab es gemahlenen Ceylon Zimt. Wer mag, kann den Apfel auch in einer sehr kleinen Menge Ghee (ayurvedische Butter) dünsten.

  • 1 kleiner Bio-Apfel (am besten regional bzw. eine alte Sorte)
  • etwas gemahlenen Ceylon Zimt
  • ein Hauch Ghee (optional)

Und warum ist es jetzt eine Zeremonie? Essen soll etwas sein, das wir wertschätzen. Das wir nicht nebenbei machen, sondern wofür wir uns ganz bewusst Zeit nehmen. Diese positive Einstellung zum Essen ist die Grundvoraussetzung, dass der Effekt des Fastens so lang wie möglich anhält. Darum ist das Fastenbrechen eine Zeremonie. Denn aus einer Zeremonie wird ein Ritual und aus einem Ritual wird eine Lebenseinstellung.

Basisches “Mittagessen”

Wieso steht Mittagessen in Anführungsstrichen? Die Menge an Nahrung, die dein Magen nach dem Fasten aufnehmen kann, ist wesentlich kleiner als das, was du gewohnt bist. Der Magen hat sich in den Fastentagen stark verkleinert. Daher bist du in der Regel sehr schnell gesättigt und es reicht eine sehr kleine Menge. Aber auch die sollte die richtige Qualität haben:

  • basisch (Gemüse, Gemüse, Gemüse)
  • ungewürzt (vor allem kein Salz)
  • frisch zubereitet (am besten Bio-Qualität)

Unter diesen Voraussetzungen kannst du dir eigentlich kochen, wonach dir der Sinn steht. Vorausgesetzt es erfüllt die oben genannten Kriterien. Basisch beinhaltet im übrigen alle Gemüsesorten. Auch hier gilt wieder die Devise: Gedünstet ist besser verdaulich als roh. Besonders empfehlenswert sind Möhren und Kartoffeln für das Fastenbrechen. Daraus habe ich mir dieses leckere Gericht aus gedünstetem Gemüse und gekochten Kartoffeln gezaubert.

  • gedünstetes Suppengemüse (Möhre, Selerie, Porree)
  • gekochte Kartoffeln (2 kleine)
  • frische Petersilie
  • ein wenig Leinöl und Zitronensaft

Richte dir alle Zutaten auf einem Teller oder einer Schüssel an und toppe es nach Belieben mit etwas Leinöl und Zitronensaft.

Das Abendessen, der Höhepunkt des Tages

Du siehst es schon auf dem Bild. Ich habe mein Abendessen wirklich zelebriert. Und das beginnt schon beim Kochen und Anrichten auf dem Teller. Am Abend gab es bei mir noch einmal Möhren und Kartoffeln. Diesmal habe ich die Möhren ohne Fett im Ofen gedünstet und Pellkartoffeln gekocht. Bei mir gehört zu Pellkartoffeln immer eine Handvoll Kümmel ins Kochwasser. Dazu gab es eine Gremolata (eine Sauce aus Kräutern und Öl) sowie eine basische Sesamsauce.

  • Bio-Möhren (Karottengrün aufheben!)
  • Bio-Kartoffeln (festkochend)

Für die Kräuter-Gremolata

  • glatte Petersilie
  • Karottengrün
  • 1 TL Zitronensaft (nach Geschmack)
  • halber Apfel
  • 2 TL Leinöl

Die Kräuter fein hacken, den Apfel klein schneiden und alles miteinander vermischen. Nach Belieben über die Möhren und die Kartoffeln geben.

Für die basische Sesamsauce

  • 2 EL Bio-Tahini ohne Salz (Seammus)
  • 4 EL gefiltertes Wasser
  • Saft einer halben Zitrone
  • 2 in Wasser eingeweichte Datteln

Datteln etwa 20 Minuten in warmem Wasser einweichen. Danach alle Zutaten in einen Messbecher geben und mit dem Pürierstab mixen. Zu den Möhren und Kartoffeln servieren.

Ganz wichtig ist, dass du auch nach dem Fasten weiter ausreichend Wasser und basischen Kräutertee trinkst. Das vergisst man als erstes, wenn man wieder in den gewohnten vier Wänden ist. Also trinken ist auch nach dem Fasten noch wichtiger als essen. Hast du weitere Fragen? Dann schreib mir gern eine E-Mail an lucie@puure.de.

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1 Kommentar

  • Antworten Nach dem Fasten #2: Basische Rezeptideen für die Aufbautage - PUURE 8. April 2020 um 21:03

    […] Fasten ist vorbei und der erste Tag, an dem du wieder essen kannst (das Fastenbrechen), ebenfalls. Nun heißt es aufbauen und zurück in den Alltag finden. In der Fastenzeit hattest du […]

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