Nach dem Heilfasten #1: Fastenbrechen & Apfel-Zeremonie

Als ich letztes Jahr das erste Mal fasten war, habe ich mir so etwas wie eine “Anleitung” gewünscht. Wenn alles noch neu ist, tendiert man eher dazu, unsicher zu sein. Und ich hatte wirklich Angst, etwas grundlegend falsch zu machen. Diese Angst ist mittlerweile verflogen. Auch weil ich ein paar Bücher zu dem Thema gelesen und vor allem erste Erfahrungen mit “der Zeit danach” gemacht habe. Bücher zum Thema “Fasten” (Heilfasten und Intervallfasten) kann ich dir zum Beispiel diese empfehlen:

Das sind sozusagen “Standardwerke”, mit denen du sowohl verschiedene Typen des Fastens (Heilfasten, Intervallfasten) kennenlernst, aber in denen es auch um den Wert unserer Nahrungsmittel geht. Das Witzige ist, dass ich beim Fasten total gerne Kochbücher lese. Das liegt vor allem daran, dass ich die Zeit bis zum Fasten quasi herbeisehne.

Ich gehe in der Regel Ende März fasten. Da lag dann der lange Winter und die Weihnachtszeit dazwischen und die sommerliche Leichtigkeit ist endgültig verschwunden. Meistens ist die Weihnachtszeit für mich auch beruflich sehr stressig, sodass ich mich einfach freue, beim Fasten wieder den Reset-Knopf drücken zu können. Mich auf das Wesentliche zu besinnen und eine bewusste Auszeit für mich zu nehmen.

Dazu gehört eben auch, sich über eingeschlichene Verhaltensweisen bewusst zu werden und gegebenenfalls etwas zu ändern. So ist es für mich mit dem Kochen. Ich koche wahnsinnig gern und wenn ich beim Fasten bin, freue ich mich schon auf die vielen neuen Gerichte und Dinge, die ich ausprobieren möchte. Von fermentieren über Sauerteig ansetzen bis hin zu neuen Granola- und Skin Food-Rezepten.

Aber ich schweife ab. Passiert mir öfter mal. Hier soll es ja um das sogenannte Fastenbrechen nach dem Heilfasten gehen. Mit Heilfasten meine ich die Buchinger-Methode. Das Fastenbrechen, also der Übergang von der Fastenzeit zur Wiederaufnahme von Nahrung, ist ein wichtiges Ritual. Es markiert das Ende bestimmter Essgewohnheiten, die man ablegen möchte, und den Beginn neuer Verhaltensweisen für ein gesünderes Leben.

Die Apfel-Zeremonie

Wieso ein Apfel? Und wieso eine Zeremonie? Ganz einfach: Der Apfel ist das ideale Lebensmittel, um wieder mit der Nahrungsaufnahme zu beginnen. Er ist basisch (bildet also Basen im Körper) und enthält nicht zu viel Fruchtzucker. Außerdem ist er gut verdaulich. Magen und Darm sind es ja seit einer geraumen Zeit nicht mehr gewohnt, Nahrung verdauen zu müssen. Um den Apfel noch besser verdauen zu können, wird er am besten gedünstet oder im Ofen als Bratapfel zubereitet. Ich habe mich für die Ofenversion entschieden. Allerdings habe ich der Einfachheit halber den Apfel in schmale Spalten geschnitten. Dazu gab es gemahlenen Ceylon Zimt und ein paar Flocken Ghee (ayurvedische Butter). Wichtig ist, noch etwas Flüssigkeit hinzuzugeben. 

  • 1 kleiner Bio-Apfel (am besten regional bzw. eine alte Sorte)
  • etwas gemahlenen Ceylon Zimt
  • ein paar Flocken Ghee (optional)
  • etwas Zitronensaft und Wasser

Basischer Bratapfel mit Zimt & Ghee

Heize den Ofen auf 180 Grad Umluft vor und verteile die Apfelspalten in einer Ofenform. Gib etwas Zitronensaft und Wasser dazu, streue Zimt darüber und verteile ein paar Flocken Ghee (optional). Lass den Apfel zugedeckt etwa 30 Minuten backen. Die ersten 20 Minuten sollte die Form zugedeckt sein, damit die Feuchtigkeit nicht zu schnell verdunstet. Die letzten 10 Minuten kannst du den Apfel offen weiter backen, damit er etwas Farbe bekommt. 

Zeremonielles Essen

Und warum ist es jetzt eine Zeremonie? Essen soll etwas sein, das wir wertschätzen. Das wir nicht nebenbei machen, sondern wofür wir uns ganz bewusst Zeit nehmen. Diese positive Einstellung zum Essen ist die Grundvoraussetzung, dass der Effekt des Fastens so lang wie möglich anhält. Darum ist das Fastenbrechen eine Zeremonie. Denn aus einer Zeremonie wird ein Ritual und aus einem Ritual wird eine Lebenseinstellung.

Du siehst es auch an meinem Bratapfel. An sich ist es nichts Spektakuläres, aber nach dem Fasten wird sogar etwas Simples wie ein Apfel zu etwas Besonderem. Dabei ist “zeremoniell” überhaupt nicht esoterisch gemeint. Es geht einfach darum, sich ganz bewusst Zeit zum Essen zu nehmen, es zu genießen und dabei ganz bei sich zu sein. 

Basisches "Mittagessen"

Wieso steht Mittagessen in Anführungsstrichen? Die Menge an Nahrung, die dein Magen nach dem Fasten aufnehmen kann, ist wesentlich kleiner als das, was du gewohnt bist. Der Magen hat sich in den Fastentagen stark verkleinert. Daher bist du in der Regel schnell gesättigt und es reicht eine sehr kleine Menge. Aber auch die sollte die richtige Qualität haben:

  • basisch (Gemüse, Gemüse, Gemüse)
  • ungewürzt (vor allem kein Salz)
  • frisch zubereitet (am besten Bio-Qualität)

Unter diesen Voraussetzungen kannst du dir eigentlich kochen, wonach dir der Sinn steht. Vorausgesetzt es erfüllt die oben genannten Kriterien. Basisch beinhaltet im übrigen alle Gemüsesorten. Auch hier gilt wieder die Devise: Gedünstet ist besser verdaulich als roh. Besonders empfehlenswert sind Möhren und Kartoffeln für das Fastenbrechen. Daraus habe ich mir dieses leckere Gericht aus schonend gekochtem Gemüse gezaubert.

  • Suppengemüse (Möhre, Porree)
  • Kartoffeln (2-3 kleine)
  • frische Petersilie
  • ein wenig Leinöl und Zitronensaft

Ich habe das Gemüse und die Kartoffeln etwa 10 Minuten gekocht, sodass es noch leicht bissfest war. Ich mag aber auch kein matschiges Gemüse. Richte dir alle Zutaten auf einem Teller oder einer Schüssel an und toppe es nach Belieben mit etwas Petersilie, Leinöl und Zitronensaft.

Das Abendessen als Höhepunkt des Tages

Du siehst es schon auf den Bildern. Ich habe mein Fastenbrechen wirklich zelebriert. Und das beginnt schon beim Kochen und Anrichten auf dem Teller. Am Abend gab es bei mir noch einmal Möhren und Kartoffeln. Diesmal habe ich Pellkartoffeln gekocht, so dass sie noch bissfest waren. Diese habe ich dann geschält, in kleine Stücken geschnitten und gemeinsam mit den Möhren in Ghee gedünstet, bis sie weich waren. Ich mag es allerdings nicht zu weich. 🙂 Dazu gab es eine grüne, basische Sauce aus frischen Kräutern, Apfel und Mandelmus. 

  • 2 kleine Bio-Möhren 
  • 2 Bio-Kartoffeln (festkochend)

Für die basische Kräutersauce

  • eine Handvoll frische Kräuter (z.B. Petersilie, Koriander, Dill)
  • eine Handvoll grünes Blattgemüse (z.B. Spinat, Grünkohl, Ruccola, Postelein)
  • 1 TL Zitronensaft 
  • halber geschälter Apfel
  • 1 TL Mandelmus
  • 2 TL Leinöl
  • etwas Pfeffer
  • 1 kleine Zehe Knoblauch (optional, nach Geschmack)
  • etwas Wasser

Die Kräuter fein hacken, den Apfel klein schneiden, den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden und alles mit dem Stabmixer, in einem Smoothie-Mixer oder Food Processor mixen, bis es eine geschmeidige Sauce ist. Die Wassermenge hängt davon ab, wie dick oder dünn du die Sauce haben möchtest. Taste dich einfach ran. Nach Belieben über die Möhren und die Kartoffeln geben und servieren. Lecker!

Ganz wichtig ist, dass du auch nach dem Fasten weiter ausreichend Wasser und basischen Kräutertee trinkst. Das vergisst man als erstes, wenn man wieder in den gewohnten vier Wänden ist. Also trinken ist auch nach dem Fasten noch wichtiger als essen. Hast du weitere Fragen? Dann schreib mir gern eine E-Mail an lucie@puure.de.

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